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RHEINISCHER MERKUR

15.06.2006 
Verzweifelte Suche nach der Nische
Schmollend in der Ecke? Warum die Opposition so still bleibt - Beitrag von Markus Fels

Beschreibung:
(...) Oswald Metzger: „Die Grünen sind noch nicht wirklich in der Opposition angekommen.“ Der ehemalige Haushaltsexperte der Grünen im Bundestag beobachtet seine Kollegen in Berlin inzwischen aus der Distanz des Stuttgarter Landtags. Dort sitzt er seit Mai als finanzpolitischer Sprecher der baden-württembergischen Grünen selbst auf der Oppositionsbank – und warnt die Bundes-Grünen doch davor, sich künftig schmollend in die Ecke zu verziehen. „Wir können nie mehr in diese Fundamentalopposition zurück, die wir in der Zeit ohne Regierungsverantwortung gerne gepflegt haben“, sagt er und stellt die provokative Frage: „Müssten die Grünen nicht auch aus staatspolitischer Verantwortung eine Debatte darüber führen, ob eine Jamaika-Koalition eine Alternative zur Großen Koalition ist?“ (...)

(...) Ökologisch, wirtschaftsliberal, staatskritisch, nicht-etatistisch. Das sind die Stichworte, mit denen Metzger beschreibt, wohin sich die Grünen entwickeln sollten, um neue Wähler zu gewinnen. „Die Bundes-Grünen könnten ein wenig am Wesen der baden-württembergischen Grünen genesen“, fügt der Finanzpolitiker hinzu. In seinem Wahlkreis Biberach gelang es ihm, mit 16,7 Prozent der Stimmen das Ergebnis der Grünen von 2001 zu verdoppeln. Insofern überrascht es nicht, dass Metzger – ohnehin erklärter Anhänger von Schwarz-Grün – der Schmusekurs mit der Union sympathisch wäre. Doch ob die Reise der Grünen wirklich in diese Richtung geht, wird sich wohl erst im September zeigen. Dann will die Partei auf einem Zukunftskongress Kernfragen grüner Politik in den kommenden Jahren und Jahrzehnten debattieren. (...)

(...) Möglicherweise geht es in den Debatten dann auch um die Frage, ob das grüne Prinzip der Doppelspitze heute noch zeitgemäß ist - Dieter Salomon, der grüne Freiburger Oberbürgermeister hält das Führungsprinzip, anders als die Fraktionsvorsitzende Künast, für überholt. Ebenso wie Oswald Metzger: „Man stellt ein Quartett nach vorne, dessen Hauptaufgabe darin besteht, sich gegenseitig zu neutralisieren“. Auf ihn wirke das „wie von einem fremden Stern“. (...)

Den follständigen Beitrag finden Sie unter:
http://www.merkur.de/13354.0.html?&no_ca...

Quelle:
Rheinischer Merkur vom 15.06.06

Vermerk:
Copyright beim Rheinischen Merkur