zurück zur Übersichtzurück zur Übersicht

DER SPIEGEL

02.04.2006 
Schwarz-grüne Lockerungsübungungen
Ein Beitrag von Sebastian Fischer mit Kommentaren von Oswald Metzger über die Gespräche zwischen CDU und B90/Die Grünen nach den Landtagswahlen

Beschreibung:

CDU-Ministerpräsident Günther Oettinger wandelte zur Überraschung der Grünen schon am Wahlsonntag auf schwarz-grünen Freiersfüßen. Nach einem "informellen Gespräch" in Stuttgart bastelt die Ökopartei nun an ihrer Machtperspektive.
(...) Vom "Reiz für Schwarz-Grün" spricht Metzger gegenüber SPIEGEL ONLINE. Eine Koalition mit der CDU bedeute "die Annäherung an die Herkunft der Grünen", die vor allem aus gutsituierten, bürgerlichen Elternhäusern stammen. "Die Grünen nähern sich habituell ihren Herkunftsfamilien an", erklärt Metzger die möglicherweise anstehende Wiedervereinigung des deutschen Bürgertums.
In den Jahren nach 1968 schlugen sich die Bürgerkinder auf die linkslibertäre Seite, während Union und FDP das Wirtschaftsbürgertum vorbehalten blieb. Zu Recht grenzt Oswald Metzger sich nun von der SPD ab, denn mit deren materialistisch denkenden Facharbeiter-Stammwählern habendie wohlbehütet aufgewachsenen grünen Hedonisten nun wirklich wenig gemeinsam.

Da liegt eine Koalition mit der neuen CDU-Generation um Günther Oettinger weit näher. "Ich finde es hochspannend, wie CDU und Grüne sich jetzt entspannt thematisch abklopfen", sagt Metzger.
Metzger: "Antreiberrolle mit wechselnden Partnern"
Das vormalige Gerede vom rot-grünen Projekt und die "Nibelungentreue gegenüber der SPD" seien ein "Riesenfehler" gewesen. In Zukunft sollten die Grünen "die Antreiberrolle spielen", und zwar "immer mal wieder mit einem anderen Partner in der Regierung". Damit man sich aber nicht so entwickle wie die Umfallerpartei FDP, "muss inhaltlich was für uns rausspringen". (...)

(...) Am Montag steht das nächste Gespräch an, "danach müssen wir Entscheidungen fällen", so der grüne Spitzenkandidat. Wenn Schwarze und Grüne die Ampel auf grün schalten, gehe es "auf höherer Ebene weiter" - und das heißt: Sondierungsgespräche. Am Montag werde die CDU sagen, wo sie sich Bewegung vorstellen könne, prophezeit Oswald Metzger, und die Grünen würden erklären, "wo wir nicht über den Rubikon gehen". Wenn es dann "atmosphärisch und strategisch" passe, könne es weitergehen. (...)

Den kompletten Beitrag finden Sie online unter:
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...

Quelle:
DER SPIEGEL ONLINE

Vermerk:
Copyright bei DER SPIEGEL